DTM 2013: Ekström schreibt Motorsportgeschichte

Mattias Ekström jubelt auf dem Norisring

Doch keinen Grund zur Freude: Mattias Ekström ist nicht der Sieger des DTM-Rennens auf dem Norisring 2013 (Foto: DTM)

Mattias Ekström ist der erste Rennsieger ohne Sieg: Zwar überquerte der Schwede  mit seinem Audi RS5 DTM als erster die Ziellinie auf dem Norisring vor zwei Wochen, ein vermeintlicher und unverschuldeter Regelverstoß kostete ihn aber den Pokal. Im freudigen Jubel hatte nämlich Ekström-Senior dem Junior, der außerdem an diesem DTM-Rennsonntag seinen 35. Geburtstag feierte, eine Wasserflasche über den Kopf gegossen. Angesichts der Hitze auf dem Norisring war das sicherlich eine willkommene Erfrischung, die Rennkommissare sahen das aber anders.

Ekström lässt sich feiern

Müssen Rennfahrer in Zukunft ihre Freude dem Reglement unterordnen? (Foto: DTM)

Das Problem: Ekström war – als er übergossen wurde – noch nicht beim Wiegen. Wenn man  strikt nach dem DTM-Reglement geht, hat der Audi-Pilot so ungewollt gegen die Parc-Fermé-Regeln verstoßen. Audi hat natürlich Protest eingelegt, der jedoch heute abgelehnt wurde.

In der Pressemeldung dazu heißt es: „In Artikel 44 des Sportlichen Reglements der DTM ist festgelegt, dass vor der technischen Nachuntersuchung des Fahrzeugs keine Materialien oder Substanzen entfernt oder hinzugefügt werden dürfen. TV-Aufzeichnungen hatten allerdings gezeigt, dass dem Fahrer noch vor dem durch das Reglement vorgesehenen Wiegen Wasser in die Tasche des Fahreroveralls gefüllt worden war.“

Mattias Ekström bleibt der Sieg auf dem Norisring verwehrt

Genau genommen mag das alles Hand und Fuß haben, aber aus Sicht der Fans ist diese Entscheidung absolut nicht nachvollziehbar. Abgesehen davon, dass Ekström sowieso sieben Kilogramm über dem Mindestgewicht gelegen haben soll, trifft dieser Entschluss nicht nur den Schweden und sein Team, sondern die gesamte DTM.

Mattias Ekström beendete kurzzeitig die Mercedes-Siegesserie

Mattias Ekström beendete im Audi RS5 DTM kurzzeitig die Mercedes-Siegesserie auf dem Norisring (Foto: DTM)

Das Rennen auf dem Norisring war sowieso in Diskussionen geraten, da blaue Flaggen Autos gezeigt wurden, die eigentlich nicht berechtig waren, da keine Überrundungen anstand. Die Krönung ist nun, dass es gar keinen Sieger beim DTM-Rennen 2013 in Nürnberg geben wird. Mercedes-Pilot Robert Wickens war zwar zwischenzeitlich auf Platz eins vorgerückt, wird auf dem Papier aber nun als Zweiter und zugleich bestplatzierter Fahrer geführt. Da „Ekström im Rennen keinen Wettbewerbsvorteil hatte, weil sein Fahrzeug dem Reglement entsprochen und er seinen Sieg auf der Strecke unter sportlich einwandfreien Bedingungen errungen hatte“, teilt der DMSB mit. 

Ein Rennen ohne Sieger also. Sowas gabe es, soweit ich weiß, noch nicht allzu oft im Motorsport. Ein fragwürdiger Eintrag in die DTM-Geschichtsbücher, ich denke damit ist der Serie kein Gefallen getan. Der Sport ist leider weiter in den Hintergrund gerückt. Bleibt zu hoffen, dass die ITR-Marketingabteilung es dennoch schafft, die Glaubwürdigkeit der Tourenwagenserie irgendwie zu erhalten. Aber schauen wir mal, welche Überraschungen an diesem Wochenende beim Rennen in Moskau auf die Fans warten.

Grundsätzlich schließe ich mich aber der Meinung von Walter Röhrl an, was diesen Vorfall betrifft 😉

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