Im Renault Clio RS von RentRaceCar auf der Nordschleife

Renault Clio RS 200 Nürburgring Nordschleife Christoph Kragenings

Ab durch das Karussel: Der kleine Franzose donnert zügig über die Betonplatten (Foto: tourifotos.de)

Die Rufe des Nürburgrings und mein Verlangen nach der Nordschleife wurden immer lauter. Noch kein einziges Mal haben wir uns in diesem Jahr gesehen, das letzte Date war sicherlich schon über sechs Monate her. Aber zum Glück ist die Eifel nicht nachtragend und hat mich vor wenigen Tagen mit offenen Armen empfangen. Obwohl die Wetterradare Regen meldeten, durfte ich mich über sechs trockene Runden im Touristenverkehr und vereinzelte Sonnenstrahlen freuen. Für den besonderen Anlass habe ich mir ein schönes Gefährt ausgesucht: Einen Renault Clio RS von RentRaceCar.

Christoph Kragenings Renault Clio RS 200

Die erste Begegnung auf der Nordschleife mit dem Renault Clio RS 200 (Foto: privat)

Bislang bin ich auf der Nordschleife entweder in meinem Privatauto oder im Rennwagen unterwegs gewesen. Die Mietfahrzeuge, die als solche mit entsprechender Beklebung deutlich erkennbar sind, kannte ich nur vom Sehen. Auch war mir nicht bewusst, wie das Prozedere an der Nordschleife abläuft. Einfach hingehen, „Hallo, ich möchte auf den Ring“ sagen und losfahren? Ganz so einfach war es nicht. Außerdem tummeln sich mehrere Fahrzeugvermietungen an der Strecke. Da ich allerdings von Anfang an den Renault Clio RS im Kopf hatte, kam für mich nur RentRaceCar in Frage. Dort war das Auto für meinen Wunschtermin noch verfügbar.

Der Renault Clio RS, die Nürburgring-Nordschleife und ich

Nach meiner E-Mail-Anfrage ging alles ganz schnell und unkompliziert: Die Reservierung klappte per Mail. Jedoch wurde ich darauf hingewiesen, dass die Kaution von satten 4.900 Euro bar oder per Kreditkarte hinterlegt werden müsse – verständlich, momentan passieren wieder viele Unfälle im Touristenverkehr und die Unternehmen wissen nie, wer sich ans Steuer der Autos setzt. Nach einem kurzen Telefonat mit meinem Kreditinstitut war dieses Problem aber auch gelöst. Als ich am gebuchten Tag dann im BMW-Pavillon an der Touristenzufahrt bei RentRaceCar war, habe ich live mit erlebt, dass es ohne die Kaution nicht geht. Ein paar junge Männer mussten leider umdrehen, da sie die geforderte Sicherheit nicht hinterlegen konnten.

Renault Clio RS 200 Nürburgring Nordschleife RentRaceCar

An der Touristenzufahrt stehen die Autos von RentRaceCar neben dem BMW-Pavillon (Foto: privat)

 

 

 

 

 

 

 

 

Fahrzeugübergabe: schnell und problemlos. Ich habe meine Daten angegeben, ein Rundenticket bekommen, durfte einsteigen und sofort losfahren. Ich gebe zu die ersten Meter in den Hatzenbach hinein fühlten sich etwas ungewohnt an, zumal ein gecrashter Audi R8 GT am Flugplatz mir sofort wieder ins Gedächtnis rief: „Schön locker bleiben und nicht übertreiben“. Außerdem bremsten die 4.900 Euro Kaution im Hinterkopf den Gasfuß an kritischen Stellen ein.

Renault Clio RS 200 RentRaceCar

Der Blick nach hinten im Cio: Die Rücksitze mussten einem Käfig weichen (Foto: privat)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aber der Nürburgring und ich wir wurden wieder warm miteiander. Von Runde zu Runde wuchs mein Vertrauen in den 200-PS-Kompakten und die Semislicks. Drei Runden absolvierte ich am Stück, dann wurde die Strecke kurzzeitig gesperrt. Die kleine Pause nutzte ich, um mir die automobilen Leckerbissen auf den Parkplätzen anzuschauen. Viele mit britischem Kennzeichen. Darunter auch ein ziemlich schneller Nissan GT-R, der zwei Mal an mir vorbei flog.

Cockpit Renault Clio RS 200

Das Cockpit im Renault Clio RS 200: übersichtlich und ohne Schnörkel. Der Fahrer hat den digitalen Tacho stets gut im Blick (Foto: privat)

Nach rund 20 Minuten gingen die Schranken wieder hoch und ich nahm den zweiten Teil meiner Clio-Ausfahrt in Angriff. Der Kleine ist wirklich schnell und liegt satt auf der Straße. Vor allem im Race-Modus überzeugte die bissige Gasannahme und die direkte Lenkung. Auch das Schalten mit den feststehenden Wippen hinter dem Lenkrad lässt Freude aufkommen, allerdings sind sie bei Kurvenfahrt nur schwer zu erreichen. Und obwohl das Doppelkupplungsgetriebe mit sechs Gängen schnell zwischen den Schaltstufen wechselt, störte mich eine Kleinigkeit: Im manuellen Modus reagiert es etwas Träge auf die Befehle des Fahrers – egal ob per Schaltwippen oder durch Kickdown gegeben. Außerdem wird der Grenzbereich des Motors durch ein Piepen angekündigt – auf Dauer leicht nervig.

Den Spaß am Fahren hatte ich dennoch. Alleine das dumpfe Grollen aus den zwei Endrohren, das beim Gangwechsel von kurzem Brabbeln unterbrochen wurde, zauberte mir bei jedem Tritt aufs Gaspedal ein Grinsen unter den Helm. Und wie gesagt: Schnell war der kleine weiße Blitz am Ende auch. Am Schwedenkreuz zeigte der digitale Tacho Tempo 210 an, bevor kurzes Anbremsen den Linksknick in Richtung Aremberg einleitete. Auch in der Fuchsröhre wanderte die Nadel über die 200er-Marke. Fakt ist: Der sportliche Franzose zählt keinewegs zu den langsamsten Autos auf dem Ring – manch größerer BMW oder VW sah nur die schick gestylte Heckpartie. Nach insgesamt sechs Runden mit viel Spaß, neuen Erkenntnissen über die Strecke und das Auto, stellte ich den vor Hitze knisternden Clio wieder auf seinem Parkplatz an der Nordschleifen-Zufahrt ab. Ein kurzer Check durch die Vermietung, alles in Ordnung und meine Kreditkarte freute sich, nicht belastet zu werden.

Wer das All-Inklusive-Paket buchen möchte, der muss neben der Kaution 549 Euro für den Clio bezahlen. Darin enthalten sind sechs Runden auf der Nordschleife, die erste Tankfüllung – genügt für genau sechs Umläufe – und natürlich das Auto. Ein Preis, der in Ordnung geht – man gönnt sich ja auch nicht jeden Tag den Nürburgring-Kick! Wer kein eigenes Ringtool besitzt, für den lohnt sich die Erfahrung ohnehin.

Dieser Beitrag wurde unter Auf der Rennstrecke, Nordschleife abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort auf Im Renault Clio RS von RentRaceCar auf der Nordschleife

  1. Jens sagt:

    interessante Möglichkeit….und sicher besser als mit meinen 75PS mich über die Schleife zu „quälen“ – sonst: klasse Bericht, macht Laune aufs Ausprobieren!

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>