WEC Spa 2015: Audi siegt vor Porsche

Audi R18 e-tron quattro Spa 2015

Audi gewinnt den zweiten WEC-Lauf 2015. (Foto: Audi)

Mein erstes Rennen der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) hat mich in den Bann der Serie gezogen. Die GT-Autos lieferten satten Sound – vor allem die Aston Martin – und die Prototypen faszinierten mit atemberaubender Geschwindigkeit. Porsche hatte mit den Startplätzen eins, zwei und drei perfekte Ausgangsbedingungen in Spa, Audi konterte mit cleverer Taktik und sicherte sich den Sieg im sechsstündigen Rennen.

Nico Hülkenberg WEC Spa 2015

WEC-Debütant: Nico Hülkenberg wartet auf seinen Einsatz. (Foto: Kragenings)

Ich hatte das Glück, ganz nah am Geschehen dran zu sein – und zwar in der Porsche-Box. Die Zuffenhausener setzten zum ersten Mal drei LMP1-Hybrid-Prototypen ein und probten mit drei Crews den Einsatz für das 24-Stunden-Rennen in Le Mans. Vor allem die neuen Piloten Nico Hülkenberg, Nick Tandy und Earl Bamber mussten sich an den Porsche 919 Hybrid gewöhnen, und den ultraschnellen Boliden durch das Feld der langsameren GT-Fahrzeuge steuern.

Gelungener Einsatz von drei Porsche 919 Hybrid

Und das gelang den WEC-Neulingen sichtlich gut. In den freien Trainingssitzungen und im Qualifying waren sie auf dem Level der Schwesterautos mit Timo Bernhard/Brendon Hartley/Mark Webber und Romain Dumas/Neel Jani/Marc Lieb. Allerdings hatte Nick Tandy mit der Startnummer 19 am Anfang des Rennens Körperkontakt mit einem Werks-Porsche 911 RSR. Tandy wollte Kevin Estre überholen, allerdings rechnete dieser nicht mit dem Manöver. Die Folge war, dass beide Fahrzeuge in die Box mussten. Der 919 fiel hinter die anderen Hybrid-Renner zurück, die weiteren LMP1-Porsche behaupteten sich an der Spitze.

Porsche 919 Hybrid Spa 2015

Präzisionsarbeit: Jeder Handgriff sitzt bei den Boxenstopps der LMP1-Teams. (Foto: Porsche)

Allerdings schaffte es der Audi R18 e-tron quattro von  André Lotterer, Marcel Fässler und Benoît Tréluyer, zum Porsche-Gespann aufzuschließen. Im letzten Renndrittel lieferten sich Lotterer und Marc Lieb mit der Startnummer 18 einen sehenswerten Zweikampf um die Führung. Schließlich gelang es den Ingolstädtern mit cleveren Boxenstopps und Mehrfachstints mit einem Reifensatz, die Führung zu behaupten. Bis zum Rennende hielten sie den Porsche Nummer 18 auf zehn Sekunden Abstand. So sicherten sich André Lotterer, Marcel Fässler und Benoît Tréluyer ihren zweiten Saisonsieg und die WEC-Tabellenführung. Die amtierenden Champions von Toyota spielten an diesem Rennwochenende keine entscheidende Rolle.

Mark Webber Spa 2015

Liebling der Fans: Mark Webber zählte zu den begehrtesten Fahrern bei der Autogrammstunde. (Foto: Kragenings)

Das Rennen in Spa hat bewiesen, dass die Top-Teams in der WEC dicht beisammen liegen und für das 24-Stunden-Rennen in Le Mans gerüstet. Toyota schwächelte, sollte aber beim Langstreckenklassiker an der Sarthe nicht unterschätzt werden. Ich bin sehr gespannt, weil ich in diesem Jahr das Traditionsrennen erstmals live verfolgen werde.

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